Digital Ageing

Alterslos - was heisst das? Wir alle wollen alt werden, aber niemand will alt sein. Ein Thema, was alle betrifft und womit sich jeder mehr oder minder bereits beschäftigt hat. 40 ist das neue 30? Oder ist 60 gar das neue 20?

28. Oktober 2015 - 11:40vonJanina Baruth0Kommentare

„Digital Aging – unterwegs in die alterslose Gesellschaft.“ So lautet der Titel der Studie, die das GDI im Auftrag der Swiss Life erstellt hat. Die Studie wird am 22. Oktober vorgestellt.  Der Saal im GDI ist an diesem Morgen gefüllt, seit langem ist die Veranstaltung ausgebucht. Das Thema interessiet - und polarisiert. 

Der Einstieg in die Präsentation erfolgt mit dem berühmten Marshmallow Test des Entwicklungspsychologen Walter Mitchel. Bei diesem wurde Kindern ein Marshmallow mit der Bemerkung vorgesetzt, wenn sie es über zehn Minuten aushalten könnten, diesen nicht zu essen, würden sie einen zweiten Marshmallow erhalten. Das Ergebnis ist sowohl unterhaltsam als auch spannend in den Fragestellungen, die es aufwirft. Wenn wir warten, bekommen wir den Marshmallow wirklich? Und falls ja, wollen wir ihn dann überhaupt noch?

Kinder, die den Marshmallow in dieser Zeit nicht assen, waren im Übrigen im späteren Leben in Schule und Beruf erfolgreicher, besagt diese Studie. Was auch immer erfolgreicher heisst.

David Bosshart, CEO des GDI, präsentiert die Studie, bei der 1000 Personen zwischen 20 und 80 Jahren zu ihren Vorstellungen vom Alter befragt wurden. Sie ergibt eine Einteilung der Gesellschaft in vier Gruppen:

  • Conservative Agers: Die klassisch Alternden mit Fokus auf der Bewahrung mit geringem Drang, aus der Komfortzone auszubrechen. Entsprechend schwach ist die Nutzung neuer Medien.
  • Rebel Agers: Diese Menschen sind Wachstumsorientiert. Sie wollen im Pensionsalter nochmal neue Herausforderungen angehen, sind offen und flexibel allem Neuen gegenüber.
  • Predictive Agers: Auch sie sind bewahrungsorientiert, dabei fixiert auf Gesundheit und nutzen digitale Tools zu den entsprechenden Zwecken.
  • Ageless Agers: Ihr Ziel ist es, Technologie für Wachstumszwecke einzusetzen - ewiges Leben. Die künstliche Herzklappe aus dem 3D Drucker?

Im Saal wird gefragt, zu welcher Gruppe sich die Anwesenden zählen. Was war wohl das Ergebnis?

Die Rebel Agers sind bei Personen, die glauben, eine hohe Lebenserwartung  zu haben, die beliebteste Gruppe. Nach der Pensionierung geht doch in der westlichen Welt das Leben erst los. Studien haben ergeben, dass heute geborene Babys eine Chance von 50% haben, 100 Jahre alt zu werden. Wir reden von der Schweiz, wohlbemerkt.

Was aber - und dieser Punkt wurde unter anderem in der anschließenden Podiumsdiskussion zwischen Elke Guhl (Swiss Life Schweiz), Sarah Hiltebrand (Rent a Rentner), Francois Höpflinger (Zentrum für Gerontologie), Monique Siegel (mrsTHINK) und Karin Frick (GDI) rege diskutiert - wenn man gar nicht pensioniert werden will? Wenn man weiter am Arbeitsleben teilnehmen möchte? Ein polarisierendes Thema. Platz machen für junge Leute? Oder sollte die Gesellschaft den Menschen ab 65 die Möglichkeit geben, weiterzuarbeiten und somit ein „wertvoller“ Teil der Gesellschaft zu bleiben? Nicht umsonst boomt die Online-Plattform „Rent a Rentner“. Sie ist für Kunden und Rentner, die sich für diverse Tätigkeiten mieten lassen, ein voller Erfolg. 

Deutlich wird an diesem Vormittag auf jeden Fall eines: Das Leben hört nicht mit 65 auf. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik brauchen aber genug Fantasie, sich Szenarien vorzustellen, wie das Leben im letzten Drittel unseres Lebens aussehen kann.

 

Link zum Download der GDI Studie "Digital Ageing"
http://gdi.ch/de/Think-Tank/Studien/Digital-Ageing/681

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